Die Stadtverwaltung Cottbus/Chóśebuz warnt vor einem aktuell verteilten Werbeflyer eines Anbieters, der verschiedene Arbeiten rund um Haus und Garten zu auffällig günstigen Preisen bewirbt.
Nach Angaben der Stadt werden unter anderem Stein- und Fassadenreinigungen, Treppenbau, Sanierungsarbeiten sowie Gartengestaltung angeboten. Auch der Handwerkskammer Cottbus liegen entsprechende Hinweise vor.
Die Verwaltung rät Bürgern ausdrücklich dazu, solche Angebote nicht ungeprüft anzunehmen.
Günstige Preise sollten aufmerksam machen
Bei den beworbenen Leistungen handelt es sich teilweise um Arbeiten, für die handwerkliche Fachkenntnisse, eine ordnungsgemäße Gewerbeanmeldung oder weitere berufliche Voraussetzungen notwendig sein können.
Besonders vorsichtig sollten Verbraucher sein, wenn ein Angebot deutlich günstiger als marktübliche Preise erscheint oder nur für einen sehr kurzen Zeitraum gelten soll.
Nach Einschätzung des Gewerbeamtes werden solche zeitlich befristeten Offerten häufig von Personen oder Unternehmen unterbreitet, die möglicherweise nicht ordnungsgemäß angemeldet sind.
Das bedeutet nicht automatisch, dass jedes günstige Angebot unseriös ist. Ein auffällig niedriger Preis sollte jedoch Anlass für eine gründliche Prüfung sein.
Stadt nennt konkreten Werbeflyer
Die Warnung der Stadt bezieht sich auf einen aktuellen Flyer unter der Bezeichnung „Haus & Gartenservice Cottbus“.
Die Stadtverwaltung macht mit ihrer Mitteilung auf die Angebote aufmerksam, trifft darin jedoch keine abschließende strafrechtliche Bewertung des Anbieters.
Für Verbraucher ist deshalb wichtig, vor einer Beauftragung selbst zu prüfen, wer hinter dem Angebot steht und ob das Unternehmen tatsächlich existiert, ordnungsgemäß erreichbar ist und die versprochenen Leistungen fachgerecht ausführen darf.
Risiken für Auftraggeber
Wer ein nicht ausreichend geprüftes Unternehmen beauftragt, kann verschiedene Risiken eingehen.
Mögliche Probleme sind:
- mangelhafte oder unvollständige Arbeiten,
- fehlende Rechnungen oder Verträge,
- unklare Gewährleistungsansprüche,
- hohe Nachforderungen nach Beginn der Arbeiten,
- fehlender Versicherungsschutz,
- Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Schadenersatz,
- möglicherweise illegal ausgeführte Tätigkeiten.
Gerade bei Fassaden-, Treppen- oder Sanierungsarbeiten können Fehler erhebliche Folgekosten verursachen.
Werden beispielsweise ungeeignete Reinigungsmittel verwendet, können Pflastersteine, Dächer oder Fassaden beschädigt werden. Fehlerhafte Bauarbeiten können zudem Sicherheitsrisiken schaffen.
Vorsicht bei Haustürgeschäften
Viele besonders günstige Handwerkerangebote werden nicht nur über Flyer, sondern auch direkt an der Haustür unterbreitet.
Dabei entsteht häufig Zeitdruck. Verbraucher sollen sich möglichst sofort entscheiden, weil das Unternehmen angeblich gerade in der Nachbarschaft arbeite oder noch Material übrig habe.
Solche Aussagen sollten kritisch geprüft werden.
Seriöse Handwerksbetriebe geben Kunden normalerweise ausreichend Zeit, ein schriftliches Angebot zu prüfen und Vergleichsangebote einzuholen. Sie nennen einen nachvollziehbaren Firmensitz, vollständige Kontaktdaten und den konkreten Leistungsumfang.
Was vor einer Beauftragung geprüft werden sollte
Vor der Vergabe eines Auftrags sollten Bürger möglichst mehrere Informationen einholen.
Wichtig sind insbesondere:
- vollständiger Name und Anschrift des Unternehmens,
- erreichbare Telefonnummer und E-Mail-Adresse,
- Gewerbeanmeldung beziehungsweise Eintrag in einschlägigen Verzeichnissen,
- schriftliches und detailliertes Angebot,
- genaue Beschreibung der Arbeiten,
- Material- und Arbeitskosten,
- verbindlicher Gesamtpreis,
- Regelungen zu Gewährleistung und Nachbesserung,
- nachvollziehbare Rechnung.
Von hohen Barzahlungen im Voraus sollte abgesehen werden. Auch eine sofortige vollständige Bezahlung vor Abschluss und Kontrolle der Arbeiten ist riskant.
Vergleichsangebote schaffen Sicherheit
Bei größeren Arbeiten empfiehlt es sich, mindestens zwei oder drei Angebote verschiedener Betriebe einzuholen.
Dadurch lässt sich besser einschätzen, ob ein Preis realistisch ist. Ein Angebot, das deutlich unter allen anderen liegt, muss nicht zwangsläufig vorteilhaft sein.
Möglicherweise fehlen wichtige Leistungen oder Materialien. In manchen Fällen werden nach Beginn der Arbeiten zusätzliche Kosten verlangt, die im ursprünglichen Angebot nicht genannt wurden.
Ein schriftliches Angebot sollte deshalb möglichst genau festhalten, welche Arbeiten ausgeführt werden und welche Leistungen im Preis enthalten sind.
Handwerkskammer kann Ansprechpartner sein
Bei handwerklichen Leistungen kann auch die zuständige Handwerkskammer Auskunft geben.
Verbraucher können dort beispielsweise erfragen, ob ein Betrieb eingetragen ist oder ob für die angebotene Tätigkeit besondere Voraussetzungen gelten.
Die Stadt Cottbus verweist darauf, dass auch bei der Handwerkskammer Hinweise zu den aktuellen Angeboten vorliegen.
Eine Prüfung vor Vertragsabschluss ist meist einfacher als eine spätere Auseinandersetzung über mangelhafte Leistungen oder verschwundene Auftragnehmer.
Gewerbeamt beantwortet Rückfragen
Für Fragen zu den aktuellen Werbeflyern steht der Servicebereich Gewerbeangelegenheiten der Stadtverwaltung Cottbus zur Verfügung.
Telefon: 0355 612-2869
E-Mail: gewerbe@cottbus.de
Bürger können sich dort melden, wenn sie einen entsprechenden Flyer erhalten haben oder Zweifel an der gewerberechtlichen Zulässigkeit eines Angebots bestehen.
Hilfreich ist es, den Flyer aufzubewahren oder zu fotografieren. Dadurch können Behörden die Angaben und Kontaktdaten nachvollziehen.
Nicht unter Zeitdruck entscheiden
Die Warnung des Cottbuser Gewerbeamtes ist vor allem ein Aufruf zu sorgfältiger Prüfung.
Ein günstiger Preis allein beweist noch kein unrechtmäßiges Verhalten. Problematisch wird es jedoch, wenn mehrere Warnzeichen zusammenkommen: fehlende Unternehmensangaben, Zeitdruck, Barzahlung, keine schriftliche Rechnung oder unklare Zuständigkeiten.
Verbraucher sollten sich nicht zu einer sofortigen Unterschrift oder Zahlung drängen lassen.
Bei Zweifeln ist es sinnvoll, die Entscheidung aufzuschieben und zunächst das Gewerbeamt, die Handwerkskammer oder eine Verbraucherberatungsstelle zu kontaktieren.
Die Stadt Cottbus warnt vor aktuellen Werbeflyern mit auffällig günstigen Angeboten für Arbeiten an Gebäuden und Grundstücken.
Betroffen sind unter anderem Stein- und Fassadenreinigung, Treppenbau, Sanierung und Gartengestaltung. Nach Angaben der Verwaltung können zeitlich befristete Billigangebote mit illegaler Tätigkeit verbunden sein.
Bürger sollten daher Firmendaten, Preise, Qualifikationen und Vertragsbedingungen sorgfältig prüfen. Bei Rückfragen steht das Cottbuser Gewerbeamt telefonisch und per E-Mail zur Verfügung.
Quelle
– Stadtverwaltung Cottbus/Chóśebuz: Mitteilung „Cottbuser Gewerbeamt warnt vor Werbeangeboten“, Juli 2026.