Goethe dachte schon zu Lebzeiten darüber nach, welches Bild spätere Generationen von ihm erhalten sollten. Die Ausstellung „Zwischen Ordnung und Verlust“ im Goethe- und Schiller-Archiv zeigt heute von 11 bis 16 Uhr, wie systematisch der Dichter seinen schriftlichen Nachlass ordnete – und teilweise sogar vernichtete.

Weltdokumentenerbe seit 25 Jahren

Anlass der Ausstellung ist ein Jubiläum.

Vor 25 Jahren ernannte die UNESCO Goethes handschriftlichen Nachlass zum Weltdokumentenerbe.

Goethe archivierte sich selbst

Bereits im frühen 19. Jahrhundert begann er, eigene Schriften systematisch zu ordnen.

Gleichzeitig vernichtete Goethe Unterlagen in sogenannten Autodafés, wenn er sie nicht für überlieferungswürdig hielt.

Damit beeinflusste er ganz bewusst, welche Quellen späteren Forschern zur Verfügung stehen.

Briefe und To-do-Listen geben Einblicke

Die Ausstellung arbeitet unter anderem mit Tagebüchern, Briefen, autobiografischen Texten und den sogenannten Agendazetteln.

Dadurch entsteht ein Bild Goethes, das neben dem Dichter auch den Organisator und strategischen Verwalter des eigenen Nachruhms zeigt.

Quellen

Kulturstadt Weimar / Klassik Stiftung Weimar – „Zwischen Ordnung und Verlust“, 8. August 2026.