Jahrelang kannte Leipzig bei der Einwohnerentwicklung vor allem eine Richtung: nach oben. Doch die jüngsten Melderegisterdaten zeigen ein anderes Bild. Zwischen Januar und Juni 2026 verzeichnete die Stadt einen negativen Wanderungssaldo von 837 Personen. Gleichzeitig gab es 1.300 mehr Sterbefälle als Geburten.

Ende Juni waren im Leipziger Melderegister 631.246 Einwohner erfasst.

Die amtliche Bevölkerungszahl zum Jahresende 2025 lag bei 615.932 Menschen, wobei beide Zahlen wegen unterschiedlicher statistischer Grundlagen nicht direkt miteinander verglichen werden dürfen.

Wanderungssaldo erstmals auffällig

Besonders interessant ist die Wanderungsentwicklung.

Leipzig profitierte über viele Jahre stark von Zuzügen aus dem In- und Ausland.

Dass im ersten Halbjahr 2026 unter dem Strich mehr Menschen die Stadt verließen als hinzukamen, ist deshalb ein auffälliges Signal.

Geburten reichen nicht für natürliche Stabilität

Hinzu kommt der negative natürliche Bevölkerungssaldo.

Zwischen Januar und Juni starben 1.300 Menschen mehr, als Kinder geboren wurden.

Damit zeigt sich auch in Leipzig der demografische Wandel.

Selbst wachsende Großstädte sind zunehmend darauf angewiesen, Bevölkerungsverluste durch Zuwanderung auszugleichen.

Wohnkosten könnten eine Rolle spielen

Warum sich der Wanderungssaldo verändert hat, lässt sich aus den Zahlen allein nicht erklären.

Mögliche Faktoren reichen von steigenden Wohnkosten bis zu Umzügen ins Leipziger Umland.

Eine eindeutige Ursache lässt sich aus der Statistik jedoch nicht ableiten.

Klar ist lediglich: Leipzigs langjähriger Wachstumstrend ist nicht selbstverständlich.

Quellen

Amt für Statistik und Wahlen Leipzig – Einwohner- und Wanderungsdaten, erstes Halbjahr 2026