Mehr als acht Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind die Spuren der Kämpfe rund um Küstrin und im Oderbruch noch immer sichtbar. Am heutigen Sonnabend führt eine historische Exkursion von Kostrzyn nad Odrą zu mehreren Originalschauplätzen der Schlacht um die Seelower Höhen. Beginn ist um 10 Uhr auf dem Parkplatz des Hotels Bastion an der ul. Graniczna 15.

Küstrin war entscheidender Ausgangspunkt der Kämpfe

Die Lage der damaligen Festung Küstrin an Oder und Warthe machte die Stadt militärisch besonders bedeutend.

Im Frühjahr 1945 wurde um Küstrin schwer gekämpft. Sowjetische Truppen konnten westlich der Oder schließlich einen großen Brückenkopf bilden. Von dort aus entwickelte sich wenige Wochen später der Angriff auf die Seelower Höhen und anschließend auf Berlin.

Die Exkursion beginnt deshalb bewusst in Küstrin und betrachtet die Ereignisse nicht isoliert auf deutscher oder polnischer Seite der heutigen Grenze.

Route führt durch das Oderbruch

Nach Angaben des Veranstalters dauert die Führung etwa viereinhalb Stunden.

Die Teilnehmer fahren mit eigenen Fahrzeugen zu verschiedenen Stationen. Insgesamt werden dabei rund 50 Kilometer zurückgelegt. An ausgewählten Orten erläutert Oderbruchguide Klaus Ahrendt anhand von Karten und historischen Informationen die militärische Entwicklung des Frühjahrs 1945.

Reitwein gehörte zum sowjetischen Brückenkopf

Eine der Stationen liegt im Raum Reitwein.

Das Gebiet westlich der Oder spielte eine wichtige Rolle beim Aufbau des sowjetischen Brückenkopfes. Von hier aus bereitete die Rote Armee ihre weitere Offensive in Richtung Berlin vor.

Die Landschaft selbst wird dadurch Teil der historischen Vermittlung: Höhenzüge, Flussläufe und ehemalige Übergangsstellen lassen erkennen, weshalb bestimmte Positionen militärisch von besonderer Bedeutung waren.

Deutscher Soldatenfriedhof in Lietzen gehört zum Programm

Die Exkursion umfasst auch einen Besuch des deutschen Soldatenfriedhofes in Lietzen.

Damit rückt neben der militärischen Geschichte auch die menschliche Dimension der Kämpfe in den Mittelpunkt.

Die Schlachten im Oderbruch und an den Seelower Höhen kosteten auf beiden Seiten zahlreiche Menschenleben und gehörten zu den verlustreichen letzten Kämpfen des Krieges.

Seelower Höhen bildeten letzte große Verteidigungslinie vor Berlin

Am 16. April 1945 begann die sowjetische Offensive gegen die deutschen Stellungen an den Seelower Höhen.

Die Höhen westlich des Oderbruchs ermöglichten den deutschen Verteidigern einen strategisch günstigen Blick auf die vorgelagerte Ebene. Dennoch gelang der Roten Armee nach schweren Kämpfen der Durchbruch.

Wenige Tage später erreichten sowjetische Truppen Berlin.

Führung endet nach rund viereinhalb Stunden

Die heutige Veranstaltung ist von 10 bis 14.30 Uhr angesetzt.

Der Teilnahmebeitrag beträgt nach Angaben des Veranstalters 29,50 Euro pro Person. Für den Besuch des Museums an den Seelower Höhen kommen fünf Euro hinzu. Voraussetzung für die Durchführung ist eine Mindestzahl von fünf Teilnehmern.

Deutsch-polnische Grenzregion trägt gemeinsame Kriegsgeschichte

Gerade für Küstrin besitzt eine solche Exkursion besondere Bedeutung.

Die historische Altstadt wurde während der Kämpfe 1945 nahezu vollständig zerstört. Heute liegt das Gebiet unmittelbar an der deutsch-polnischen Grenze und erinnert daran, wie stark Krieg, Grenzverschiebung und Wiederaufbau die Region verändert haben.

Damit verbindet die heutige Führung Orte, die inzwischen in zwei Staaten liegen, historisch jedoch unmittelbar zusammengehören.

Quellen

Tourist-Information Kostrzyn nad Odrą – Führung und Exkursion zur Schlacht um die Seelower Höhen 1945

Oderbruchguide Klaus Ahrendt – Exkursion vom 8. August 2026