Ein bundesweit bedeutendes Energieprojekt wird inzwischen auch in Gadebusch konkret sichtbar. Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz führt im Stadtgebiet archäologische Untersuchungen für den geplanten NordOstLink durch. Die Arbeiten gehören zur Vorbereitung einer neuen Höchstspannungs-Gleichstromverbindung zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
Der NordOstLink soll vom sogenannten HeideHub in Dithmarschen bis zum Netzverknüpfungspunkt Mühlenbeck bei Schwerin führen. Im östlichen Abschnitt ist 50Hertz für das Projekt verantwortlich. Die Leitung soll vollständig als Erdkabel gebaut werden.
Archäologen suchen vor dem eigentlichen Bau
Bevor große Infrastrukturprojekte gebaut werden können, müssen mögliche Bodendenkmale untersucht werden. Gerade in historisch lange besiedelten Regionen können Trassen auf Siedlungsreste, Gräber oder andere archäologische Befunde treffen.
Die Untersuchungen sollen deshalb früh klären, ob entlang des geplanten Korridors Funde liegen, die vor späteren Bauarbeiten dokumentiert oder gesichert werden müssen.
Planfeststellung wird mehrere Jahre dauern
Der NordOstLink befindet sich noch nicht in der eigentlichen Bauphase. Nach Angaben von 50Hertz läuft das formelle Planfeststellungsverfahren. Der entsprechende Antrag wurde bereits im Juni 2024 bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Für das gesamte Genehmigungsverfahren rechnet der Netzbetreiber mit mehreren Jahren.
Damit handelt es sich bei den Arbeiten in Gadebusch um vorbereitende Untersuchungen für ein langfristiges Projekt.
Energiewende benötigt neue Nord-Süd-Verbindungen
Hinter dem Vorhaben steht ein strukturelles Problem der deutschen Energiewende. Im Norden wird zunehmend Strom aus Windenergie erzeugt, während große Verbrauchszentren teilweise weiter südlich liegen.
Neue Gleichstromverbindungen sollen große Strommengen verlustärmer über längere Strecken transportieren.
Für Gadebusch bedeutet dies, dass die Stadt Teil einer Infrastrukturplanung wird, deren Bedeutung weit über Nordwestmecklenburg hinausreicht.
Untersuchungen können bis Jahresende laufen
Die veröffentlichte Bekanntmachung betrifft Untersuchungen im Gebiet der Stadt Gadebusch und der benachbarten Gemeinde Krembz. Der angekündigte Untersuchungszeitraum reicht bis Ende 2026.
Damit können auch in den kommenden Monaten Mitarbeiter und Fachfirmen entlang des geplanten Leitungsverlaufs unterwegs sein.
Quellen
50Hertz Transmission GmbH: Bekanntmachung zu archäologischen Untersuchungen für den NordOstLink, 2026
Amt Gadebusch: Öffentliche Bekanntmachung NordOstLink, 13. Mai 2026