Die Technische Universität Chemnitz erweitert ihr Studienangebot um einen praxisnahen Masterstudiengang für die Halbleiterindustrie. Das viersemestrige Programm verbindet technische Kenntnisse der Chipfertigung mit wirtschaftswissenschaftlichen und organisatorischen Kompetenzen.
Studienstart im Wintersemester 2026/2027
Der neue Masterstudiengang „Technologie und Management in der Halbleiterfertigung“ startet zum Wintersemester 2026/2027. Er ist zulassungsfrei und wurde gemeinsam von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik sowie der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften entwickelt.
Das Angebot soll Studierende gezielt auf Tätigkeiten in der Halbleiterfertigung, der Prozessintegration und im Management moderner Produktionsanlagen vorbereiten. Die TU Chemnitz führt den Studiengang bereits in ihrer offiziellen Übersicht der Masterangebote.
Reaktion auf steigenden Fachkräftebedarf
Hintergrund ist der wachsende Bedarf an qualifizierten Fachkräften in der sächsischen Mikroelektronik- und Halbleiterbranche. Durch neue Fabriken und umfangreiche Investitionen werden in den kommenden Jahren zusätzliche Ingenieure, Techniker und Führungskräfte benötigt.
Besonders gefragt sind Kenntnisse über die einzelnen Schritte der Halbleiterproduktion, die Integration technischer Prozesse sowie die Planung und Steuerung komplexer Fabriken.
Der neue Studiengang soll deshalb nicht nur technisches Fachwissen vermitteln, sondern auch wirtschaftliche Abläufe und Managementaufgaben berücksichtigen.
Vier Semester mit starkem Praxisbezug
Das Masterstudium ist auf vier Semester angelegt und wird überwiegend in deutscher Sprache angeboten. Einzelne englischsprachige Module sollen die Studierenden auf die internationale Ausrichtung der Halbleiterindustrie vorbereiten.
Neben klassischen Lehrveranstaltungen sind studentische Projektgruppen vorgesehen. Sie sollen konkrete Aufgaben gemeinsam bearbeiten und dadurch frühzeitig Erfahrungen mit fachübergreifender Zusammenarbeit sammeln.
Nach Angaben der Universität richtet sich das Angebot insbesondere an Absolventen der Elektrotechnik, Informationstechnik und des Wirtschaftsingenieurwesens mit Schwerpunkt Elektrotechnik. Auch Bewerber aus der Physik und vergleichbaren Studienrichtungen können infrage kommen.
Grundlagen im ersten Semester
Zu Beginn des Studiums stehen grundlegende Inhalte aus den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften auf dem Programm.
Im technischen Bereich beschäftigen sich die Studierenden unter anderem mit elektronischen Bauelementen, Halbleitertechnologien sowie dem physikalischen und elektrischen Entwurf. Ergänzend werden wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen vermittelt.
Damit sollen die Studierenden sowohl die technischen Produktionsprozesse als auch die wirtschaftlichen Anforderungen eines Halbleiterunternehmens verstehen.
Zwei Vertiefungsrichtungen zur Auswahl
Im zweiten und dritten Semester können die Studierenden zwischen zwei Vertiefungen wählen.
Die Fachrichtung „Prozessintegration für Halbleitertechnologien“ konzentriert sich auf die Abstimmung und Weiterentwicklung der einzelnen Produktionsschritte. Dabei geht es unter anderem darum, wie komplexe Fertigungsprozesse miteinander verbunden und optimiert werden.
Die Vertiefung „Halbleiter-Fabrikmanagement“ behandelt dagegen die Organisation, Planung und Steuerung einer modernen Chipfabrik. Dazu gehören wirtschaftliche Abläufe, Produktionsplanung, Qualitätssicherung und der effiziente Einsatz von Personal und Anlagen.
Beide Studienrichtungen sind in der offiziellen Struktur des Studiengangs vorgesehen.
Absolventen sollen Technik und Wirtschaft verbinden
Die Halbleiterproduktion zählt zu den technisch anspruchsvollsten industriellen Herstellungsverfahren. Gleichzeitig müssen Fabriken wirtschaftlich arbeiten, Lieferketten steuern und sehr hohe Qualitätsanforderungen erfüllen.
Genau an dieser Schnittstelle setzt der neue Masterstudiengang an. Die Absolventen sollen technische Probleme beurteilen, Produktionsprozesse verstehen und zugleich organisatorische oder wirtschaftliche Verantwortung übernehmen können.
Damit kommen später unter anderem Tätigkeiten in der Fertigungsplanung, Prozessentwicklung, Qualitätssicherung, Produktionssteuerung und im Fabrikmanagement infrage.
Einschreibung bis September möglich
Die reguläre Einschreibung für das Wintersemester ist nach Angaben der TU Chemnitz bis zum 18. September 2026 über das Onlineportal der Universität möglich.
Kurzentschlossene und Hochschulwechsler können sich noch bis zum 31. Oktober 2026 einschreiben.
Bedeutung für den Halbleiterstandort Sachsen
Mit dem neuen Studiengang stärkt die TU Chemnitz ihre Ausrichtung auf die sächsische Halbleiterindustrie. Neben Dresden und weiteren Standorten entwickelt sich Sachsen zu einem der wichtigsten Mikroelektronikzentren Europas.
Der zusätzliche Personalbedarf kann jedoch nur gedeckt werden, wenn Hochschulen ausreichend spezialisierte Absolventen ausbilden. Der Chemnitzer Masterstudiengang verbindet deshalb gezielt technische Qualifikation mit dem Wissen, das für den Betrieb großer Halbleiterfabriken benötigt wird.
Quellen
• Technische Universität Chemnitz: Pressemitteilung zum neuen Masterstudiengang „Technologie und Management in der Halbleiterfertigung“, August 2026
• Technische Universität Chemnitz, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik: Studiengangsbeschreibung und Vertiefungsrichtungen, abgerufen am 5. August 2026
• Technische Universität Chemnitz, Studierendenservice: Übersicht der Masterstudiengänge zum Wintersemester 2026/2027, abgerufen am 5. August 2026