Die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg sollte nach zehn Monaten Generalsanierung zuverlässiger und leistungsfähiger werden. Doch die erste Pünktlichkeitsbilanz fällt ernüchternd aus: Zwischen Mitte Juni und Mitte Juli erreichten lediglich 25,8 Prozent der Fernzüge ihr Ziel pünktlich. Die Deutsche Bahn bestätigte den Wert am Samstag.
Damit war im betrachteten Zeitraum nicht einmal jeder dritte ICE oder IC auf der Verbindung pünktlich.
2,7 Milliarden Euro in Strecke investiert
Die rund 280 Kilometer lange Verbindung war für die Generalsanierung etwa zehn Monate vollständig gesperrt worden.
Mitte Juni wurde der planmäßige Zugverkehr wieder aufgenommen. Insgesamt beliefen sich die Kosten nach aktuellen Angaben auf rund 2,7 Milliarden Euro – etwa eine halbe Milliarde Euro mehr als ursprünglich geplant.
Gerade deshalb dürften die schlechten Pünktlichkeitswerte bei Fahrgästen für zusätzlichen Unmut sorgen.
Bahn nennt mehrere Ursachen
Nach Angaben der Deutschen Bahn wirken weiterhin technische Restarbeiten auf die Stabilität des Fahrplans.
Hinzu kommen Arbeiten und Störungen im Berliner Raum, lokale Unwetter mit daraus resultierenden Umleitungen sowie Probleme im übrigen bundesweiten Schienennetz.
Die schlechte Pünktlichkeit sei damit nicht auf eine einzelne Ursache zurückzuführen.
Stellwerke in Nauen und Büchen bekommen Software-Updates
Verbesserungen erwartet die Bahn unter anderem durch Softwareanpassungen.
In den Stellwerken Nauen und Büchen sollen Updates vorgenommen werden. Gleichzeitig laufen technische Abnahmen und Umstellungen für den Hochgeschwindigkeitsverkehr weiter.
Damit zeigt sich, dass die offizielle Wiedereröffnung der Strecke nicht mit dem vollständigen Abschluss sämtlicher Arbeiten gleichzusetzen war.
Weitere Sperrungen im August
Für die Beseitigung von Restmängeln sind erneut Unterbrechungen geplant.
In der Nacht vom 15. auf den 16. August sowie vom 29. auf den 30. August sollen einzelne Streckenabschnitte gesperrt werden. Weitere nächtliche Einschränkungen sind im September vorgesehen.
Prestigestrecke steht unter besonderer Beobachtung
Berlin-Hamburg gehört zu den wichtigsten innerdeutschen Fernverkehrsachsen.
Gerade bei einer milliardenschweren Generalsanierung ist deshalb entscheidend, ob die versprochene höhere Zuverlässigkeit im täglichen Betrieb tatsächlich erreicht wird.
Mit aktuell 25,8 Prozent pünktlichen Fernzügen ist dieses Ziel noch deutlich entfernt.
Quellen
Rundfunk Berlin-Brandenburg – Bericht „Nur jeder vierte Zug zwischen Berlin und Hamburg pünktlich“, veröffentlicht am 8. August 2026 um 18:07 Uhr.
Deutsche Bahn – Angaben zu Pünktlichkeit, Restarbeiten und weiteren nächtlichen Sperrungen, wiedergegeben im Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg.
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