Erinnerung an die Mordnacht von Auschwitz
In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 ermordete die SS die noch im sogenannten Zigeunerfamilienlager von Auschwitz-Birkenau festgehaltenen Menschen. Unter den rund 4.300 Opfern waren vor allem Kinder, Frauen und ältere Menschen.
Der 2. August ist seit 2015 internationaler Gedenktag an den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma. Insgesamt wurden während der NS-Herrschaft und in den von Deutschland besetzten Gebieten Hunderttausende Angehörige der Minderheit verfolgt und ermordet.
Polizei erlässt Allgemeinverfügung
Die Berliner Polizei hat zum Schutz des Gedenkens eine Allgemeinverfügung erlassen. Sie gilt am 2. August und soll verhindern, dass Veranstaltungen oder Aktionen die Würde der Gedenkstätte verletzen oder die öffentliche Sicherheit gefährden.
Die Regelung richtet sich nicht gegen die öffentliche Teilnahme an der Gedenkstunde. Sie soll vielmehr sicherstellen, dass Betroffene, Angehörige und Besucher ohne Störungen erinnern können.
Denkmal liegt im politischen Zentrum Berlins
Das 2012 eröffnete Denkmal befindet sich in unmittelbarer Nähe des Reichstags. Ein kreisförmiges Wasserbecken bildet den Mittelpunkt. Auf dem Rand ist das Gedicht „Auschwitz“ des italienischen Rom Santino Spinelli angebracht.
Die Lage im Regierungsviertel verdeutlicht, dass die Erinnerung an den Völkermord nicht an den Rand der Gesellschaft gehört. Der Ort verpflichtet auch staatliche Institutionen, gegen Antiziganismus und die Ausgrenzung von Minderheiten vorzugehen.
Diskriminierung besteht weiter
Sinti und Roma berichten bis heute von Benachteiligungen bei Wohnungssuche, Bildung, Arbeit und im Kontakt mit Behörden. Erinnerungskultur darf sich deshalb nicht auf historische Jahrestage beschränken.
Der Schutz der Minderheit beginnt mit einer klaren Sprache gegen pauschale Verdächtigungen und herabwürdigende Darstellungen. Schulen, Medien, Behörden und Politik tragen dabei besondere Verantwortung.
Öffentliche Gedenkstunde am Abend
Die Veranstaltung soll von 20.30 bis etwa 22 Uhr dauern. Nach Angaben der Berliner Versammlungsübersicht werden ungefähr 100 bis 120 Teilnehmer erwartet.
Die Gedenkstunde bietet Berlinern die Möglichkeit, den Opfern öffentlich Respekt zu erweisen und sich mit einem lange verdrängten Kapitel deutscher Geschichte auseinanderzusetzen.
Quellen
Polizei Berlin, Allgemeinverfügung zum internationalen Gedenktag an den Völkermord an den Sinti und Roma, veröffentlicht am 30. Juli 2026
Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Einladung zur Gedenkstunde am 2. August 2026
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin, Programm der Gedenkstunde, Stand August 2026
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Terminankündigung zur Gedenkveranstaltung, 2. August 2026