Die Europäische Gottesanbeterin breitet sich immer stärker in Berlin aus. Nach Angaben des Naturschutzbundes ist das auffällige Insekt inzwischen in sämtlichen Bezirken der Hauptstadt zu finden. Die Entwicklung steht nach Einschätzung der Naturschützer auch mit zunehmend warmen Sommern in Verbindung.
Früher nur in besonders warmen Regionen
Noch vor wenigen Jahrzehnten galt die Gottesanbeterin in Deutschland als ausgesprochen wärmeliebende Art, die vor allem in besonders milden Regionen vorkam.
Dieses Bild verändert sich.
Mittlerweile werden die Tiere in Berlin auf Brachen, Schuttflächen und an sonnigen Wegrändern beobachtet.
Die Hauptstadt bietet damit offenbar zunehmend geeignete Lebensbedingungen.
166 Hinweise allein aus Berlin
Besonders auffällig ist in diesem Jahr die Zahl der Meldungen.
Allein in der letzten Juliwoche wurden auf einer Naturbeobachtungsplattform bundesweit mehr als 2.000 Gottesanbeterinnen gemeldet.
166 Hinweise kamen aus Berlin.
Auch der Zeitpunkt ist ungewöhnlich.
Normalerweise häufen sich die Beobachtungen erst im August. 2026 wurden bereits deutlich früher zahlreiche Tiere entdeckt.
Hitze begünstigt Ausbreitung
Der Naturschutzbund sieht den heißen Sommer als einen wichtigen Faktor.
Wärmeliebende Arten profitieren davon, wenn Winter milder werden und die Temperaturen im Frühjahr und Sommer häufiger hoch liegen.
Die Entwicklung der Gottesanbeterin zeigt damit zugleich, wie sich die Tierwelt einer Großstadt verändern kann.
Paarungszeit beginnt
In den kommenden Wochen werden die Tiere besonders aktiv.
Die Paarungszeit beginnt.
Weibliche Gottesanbeterinnen können bis zu acht Zentimeter groß werden, Männchen bleiben etwas kleiner.
Wer ein Tier entdeckt, kann die Beobachtung mit Foto und genauer Ortsangabe an entsprechende Naturbeobachtungsplattformen melden.
Was in Berlin noch vor einigen Jahren ein ungewöhnlicher Fund gewesen wäre, könnte damit zunehmend zum normalen Spätsommerbild werden.
Quellen
Naturschutzbund Deutschland – Angaben zur Ausbreitung der Europäischen Gottesanbeterin 2026.